8 Tipps: Wie man richtig vom Urlaub erzählt

Nachdem alle da waren, war ich dann auch irgendwann in der Wüste

Ich in der Wüste (nachdem alle anderen auch schon da waren)

„Und? Schon Urlaubspläne?“, heißt es in diesen Wochen wieder oft, wenn einem die Gesprächsthemen ausgehen. Alle sind sie ja jetzt am planen, längst sind die Wochen mit den Brückentagen von den Kollegen geblockt, die mental ständig im nächsten Urlaub sind, Expedia gebookmarkt, logisch. Wenn man sie nach dem nächsten Reiseziel fragt, hofft man eigentlich auf eine knappe, stichwortartige Info, just the facts: Wohin, wie lange, wie viel? Aber nein, immer wieder texten sie einen dann doch zu. Ihr Gesichtsausdruck, ansonsten im langjährigen Arbeitsprozess stumpf und ausdruckslos geworden, hellt sich auf, wenn sie an die Wochen in den fernen Ländern denken, die sie natürlich „dringend brauchen“ bei all dem brutalen Stress auf der Arbeit. Weiterlesen

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Mein Silvester: amtliche Beats im Schauspielhaus

Impression von der Silvester-Disco, einfach mal mit dem iPhone geschossen

Stimmungsvolle Impression von der Silvester-Disco, einfach mal spontan mit dem iPhone geschossen

Hi Welt, weil doch viele Leute gedrängelt haben, ist einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr, wieder mehr ins Internet zu schreiben. Frohes Neues daher an alle, und ich hoffe, Ihr habt es so richtig krachen lassen. Wir waren mit Freunden zuerst in einem vietnamesischen Restaurant im Bahnhofsviertel und es war echt gut, kann man nicht anders sagen. Teigtaschen und Süppchen vorher, Rindfleisch, Riesengarnelen, Wein, Bier – alles da, alles tiptop. Da haben wir also schön gegessen und getrunken und dazu über EU und Ukraine-Krise diskutiert. Da kam dann natürlich die Partylaune wie von selbst. Schon ein bisschen angetütert verließen wir um elf das schöne Lokal, um im Schauspielhaus die Puppen tanzen zu lassen.   Weiterlesen

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Ein Schlag ins Gesicht des Brutalismus

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Der “Turm”: Sonntag ist Ende Gelände

Übermorgen wird ja hier der AfE-Turm abgerissen, der „Turm“, wie wir Insider ihn nennen. So lange gehörte er zur Frankfurter Uni, und jetzt soll er einfach weg, Schluss, aus, finito. Der „Turm“ ist 116 Meter hoch und damit das höchste Gebäude, das in Europa jemals gesprengt wurde, wie die Süddeutsche rausgekriegt hat. Weiterlesen

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Abi 84 – und dann ganz nach oben

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Mariengymnasium Werl: Hier hat die “Abiturientia 84” ihr Unwesen getrieben

„Hey, du hast ja 30 Jahre Abi dieses Jahr“, fiel kürzlich einer Bekannten siedend heiß ein. „Gratulation, das wird ja bestimmt fett gefeiert, oder?“ „Ach so, ja guck mal, ist das schon 30 Jahre her“, antwortete ich möglichst beiläufig. Man wird ja gar nicht mehr gern an sowas erinnert, wenn man auf die 50 („Hälfte des Lebens“) zugeht. Aber einige, speziell deutlich Jüngere, können so richtig dranbleiben mit der Nerverei. In aller Öffentlichkeit machen sie wiederholt auf nahende runde Geburtstage aufmerksam, zeigen mit dem Finger auf die verschämt den Blick senkenden End-30er-, -40er oder -50er und garnieren ihre schadenfreudige Bloßstellung mit dem zynischen Satz vom „Wein, der mit den Jahren immer besser“ werde. Selbst Jahrestage, die einem selbst gar nicht bewusst sind, finden sie und schlachten sie aus: „Hast du dieses Jahr nicht 35-jähriges Raucher-Jubiläum? DAFÜR siehst du wirklich noch gut aus. Nee, wirklich.“ Weiterlesen

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Trouble im Skyline Plaza

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Inspiration fürs Skyline Plaza: ein Soukh in Marrakesch

Mittags gehe ich oft zum Essen ins neue Einkaufszentrum Skyline Plaza hier bei mir um die Ecke. Das ist immer so ein kleines Highlight des Arbeitstages, wenn es wieder heißt: M4 im Thai-Restaurant Bao Anh Deluxe für nur 5,50 Euro! Mit scharfer roter Soße natürlich, besser kriegst Du M4 auf der ganzen Welt nicht. Die kennen mich da schon, muss gar nicht mehr groß sagen, was ich will. Da sitze ich dann so in dem stylishen, hellen und sauberen Restaurant, genieße und überlege dabei, was ich denn nachher noch Schönes bei Rewe City gegenüber einkaufe. Weiterlesen

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Hilfe, ich hab mich erkältet!

Volle Metro in irgendeinem Land: Hier fängt man sich ganz schnell was

Volle Metro in irgendeinem Land: Hier fängt man sich ganz schnell was

Ein neues Jahr. Ob ich denn „gut reingekommen sei“, fragen meine Peers. Klar, sage ich, alles bestens, läuft. Schön gefeiert, und jetzt schon wieder voll busy, viel zu tun, aber macht wahnsinnig Spaß. Doch leider ist das schönfärberische Gerede nichts als Fassade! Ich bin nämlich schon seit einigen Tagen ziemlich erkältet. Ja, ist wahr: „I’ve caught a cold“, wie der Brite sagt. Schon Mitte Dezember kam da was angeflogen, aber Weihnachten hatte ich es zunächst weg. DACHTE ICH! Aber am Silvesterabend ging es wieder los: Der Hals wurde rau, die Nase juckte, auch die Ohren waren ein bisschen zu. Erst fiel es mir nicht so auf, man trinkt und trinkt und hottet ab und merkt nix. Aber am anderen Morgen kam das böse Erwachen: Der Hals kratzte jetzt so richtig! Wie ein Häufchen Elend saß ich am Frühstückstisch, Schal um, kaum Appetit auf das knusprige Roggentoast und den leckeren Bresso-Streichkäse von Rewe. Weiterlesen

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Contenance, meine Damen und Herren!

File London Underground Sign Night.jpg   Wikimedia Commons

U-Bahn-Haltestelle in England: Contenance ist auf der ganzen Welt gefragt

Manchmal sitze ich mit einem Freund stundenlang unten in einer U-Bahn-Station. Wir sehen die Züge ein- und weiterfahren. Dann träumen wir davon, wie es wäre, einfach einzusteigen und alles hinter uns zu lassen. U-Bahnen erzeugen immer so ein Fernweh: Seckbach, Enkheim, Nordweststadt – schon in einer Viertelstunde könnte man in einem ganz anderen Frankfurter Stadtteil sein und dort neu anfangen. Spinnereien, klar.

Neulich saßen wir da wieder so an der Haltestelle „Festhalle/Messe“, da kam wie von der Tarantel gestochen ein junger Mann die Rolltreppe heruntergelaufen. Er stieß Nebeneinander-Steher weg, um schneller voranzukommen. Unten spurtete er die letzten Meter, um noch eine U-Bahn zu erreichen, deren Türen sich aber jetzt schon geschlossen hatten. Verzweifelt presste er den Daumen auf den grünen „Öffnen“-Button, aber zu spät. Wie in Rage trommelte er jetzt gegen die Tür und schrie etwas Unverständliches. Jetzt fuhr die Bahn an. Der Mann lief noch einige Meter mit und hämmerte wütend gegen die Scheiben, innen zuckten die Köpfe der Fahrgäste erschrocken zurück. Nach vorn, wo er den rücksichtslosen, kleingeistig seinen Zeitplan verfolgenden U-Bahn-Fahrer vermutete, stieß er noch den Stinkefinger, dann war die Bahn weg. Der Mann sank auf die Knie und schlug mit beiden Handflächen immer wieder auf den Boden. Weiterlesen

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