Ein Schlag ins Gesicht des Brutalismus

CIMG1336

Der “Turm”: Sonntag ist Ende Gelände

Übermorgen wird ja hier der AfE-Turm abgerissen, der „Turm“, wie wir Insider ihn nennen. So lange gehörte er zur Frankfurter Uni, und jetzt soll er einfach weg, Schluss, aus, finito. Der „Turm“ ist 116 Meter hoch und damit das höchste Gebäude, das in Europa jemals gesprengt wurde, wie die Süddeutsche rausgekriegt hat. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kultur | Hinterlasse einen Kommentar

Abi 84 – und dann ganz nach oben

Mariengymnasium_Werl_Eingang_2

Mariengymnasium Werl: Hier hat die “Abiturientia 84″ ihr Unwesen getrieben

„Hey, du hast ja 30 Jahre Abi dieses Jahr“, fiel kürzlich einer Bekannten siedend heiß ein. „Gratulation, das wird ja bestimmt fett gefeiert, oder?“ „Ach so, ja guck mal, ist das schon 30 Jahre her“, antwortete ich möglichst beiläufig. Man wird ja gar nicht mehr gern an sowas erinnert, wenn man auf die 50 („Hälfte des Lebens“) zugeht. Aber einige, speziell deutlich Jüngere, können so richtig dranbleiben mit der Nerverei. In aller Öffentlichkeit machen sie wiederholt auf nahende runde Geburtstage aufmerksam, zeigen mit dem Finger auf die verschämt den Blick senkenden End-30er-, -40er oder -50er und garnieren ihre schadenfreudige Bloßstellung mit dem zynischen Satz vom „Wein, der mit den Jahren immer besser“ werde. Selbst Jahrestage, die einem selbst gar nicht bewusst sind, finden sie und schlachten sie aus: „Hast du dieses Jahr nicht 35-jähriges Raucher-Jubiläum? DAFÜR siehst du wirklich noch gut aus. Nee, wirklich.“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Ein Kommentar

Trouble im Skyline Plaza

CIMG0789

Inspiration fürs Skyline Plaza: ein Soukh in Marrakesch

Mittags gehe ich oft zum Essen ins neue Einkaufszentrum Skyline Plaza hier bei mir um die Ecke. Das ist immer so ein kleines Highlight des Arbeitstages, wenn es wieder heißt: M4 im Thai-Restaurant Bao Anh Deluxe für nur 5,50 Euro! Mit scharfer roter Soße natürlich, besser kriegst Du M4 auf der ganzen Welt nicht. Die kennen mich da schon, muss gar nicht mehr groß sagen, was ich will. Da sitze ich dann so in dem stylishen, hellen und sauberen Restaurant, genieße und überlege dabei, was ich denn nachher noch Schönes bei Rewe City gegenüber einkaufe. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Lifestyle | Hinterlasse einen Kommentar

Hilfe, ich hab mich erkältet!

Volle Metro in irgendeinem Land: Hier fängt man sich ganz schnell was

Volle Metro in irgendeinem Land: Hier fängt man sich ganz schnell was

Ein neues Jahr. Ob ich denn „gut reingekommen sei“, fragen meine Peers. Klar, sage ich, alles bestens, läuft. Schön gefeiert, und jetzt schon wieder voll busy, viel zu tun, aber macht wahnsinnig Spaß. Doch leider ist das schönfärberische Gerede nichts als Fassade! Ich bin nämlich schon seit einigen Tagen ziemlich erkältet. Ja, ist wahr: „I’ve caught a cold“, wie der Brite sagt. Schon Mitte Dezember kam da was angeflogen, aber Weihnachten hatte ich es zunächst weg. DACHTE ICH! Aber am Silvesterabend ging es wieder los: Der Hals wurde rau, die Nase juckte, auch die Ohren waren ein bisschen zu. Erst fiel es mir nicht so auf, man trinkt und trinkt und hottet ab und merkt nix. Aber am anderen Morgen kam das böse Erwachen: Der Hals kratzte jetzt so richtig! Wie ein Häufchen Elend saß ich am Frühstückstisch, Schal um, kaum Appetit auf das knusprige Roggentoast und den leckeren Bresso-Streichkäse von Rewe. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Contenance, meine Damen und Herren!

File London Underground Sign Night.jpg   Wikimedia Commons

U-Bahn-Haltestelle in England: Contenance ist auf der ganzen Welt gefragt

Manchmal sitze ich mit einem Freund stundenlang unten in einer U-Bahn-Station. Wir sehen die Züge ein- und weiterfahren. Dann träumen wir davon, wie es wäre, einfach einzusteigen und alles hinter uns zu lassen. U-Bahnen erzeugen immer so ein Fernweh: Seckbach, Enkheim, Nordweststadt – schon in einer Viertelstunde könnte man in einem ganz anderen Frankfurter Stadtteil sein und dort neu anfangen. Spinnereien, klar.

Neulich saßen wir da wieder so an der Haltestelle „Festhalle/Messe“, da kam wie von der Tarantel gestochen ein junger Mann die Rolltreppe heruntergelaufen. Er stieß Nebeneinander-Steher weg, um schneller voranzukommen. Unten spurtete er die letzten Meter, um noch eine U-Bahn zu erreichen, deren Türen sich aber jetzt schon geschlossen hatten. Verzweifelt presste er den Daumen auf den grünen „Öffnen“-Button, aber zu spät. Wie in Rage trommelte er jetzt gegen die Tür und schrie etwas Unverständliches. Jetzt fuhr die Bahn an. Der Mann lief noch einige Meter mit und hämmerte wütend gegen die Scheiben, innen zuckten die Köpfe der Fahrgäste erschrocken zurück. Nach vorn, wo er den rücksichtslosen, kleingeistig seinen Zeitplan verfolgenden U-Bahn-Fahrer vermutete, stieß er noch den Stinkefinger, dann war die Bahn weg. Der Mann sank auf die Knie und schlug mit beiden Handflächen immer wieder auf den Boden. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Lifestyle | Hinterlasse einen Kommentar

Yoko Ono: Stumpf ist Trumpf, Fluxus ist Luxus!

Lennon2

John und Yoko O(h)n(o)e: Die Phantasie muss hier mal reichen

„Und? Warst Du schon in der Yoko-Ono-Ausstellung?“ Mit der Frage nerve ich zurzeit meine Peers. Die Betonung liegt dabei auf SCHON, so als ob es nur eine Frage des Zeitpunkts wäre, dass man da reingeht. „Nö, hab ich noch nicht geschafft“, heißt es dann verlogen, aber dreimal im neuen Primark einkaufen, alle Ryanair-Südfrankreich-Bilder auf Facebook und „Stirb langsam 5“, das hat man natürlich „geschafft“ – komm, erzähl mir nichts vom Pferd. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kultur | 2 Kommentare

Gestützt gegen Neuro-Folter

CIMG0300

Ich strolche ja gern in der Mittagspause ein bisschen durchs Frankfurter Westend, um zu sehen, was in meinem Kiez so abgeht. Dann lasse ich mich treiben, scanne die Welt, lerne neue Dinge kennen. Als Flaneur, so wie der Schriftsteller Wilhelm Genazino, den ich schon mal im Rewe gesehen habe. In Wirklichkeit war nämlich gar nicht das „Gymmi“, wie wir damals das Gymnasium nannten, mein Lehrmeister. Auch nicht später der teure Elitestudiengang an der EBS in Oestrich-Winkel. Mein Lehrer, das war die Straße. Kein Scheiß. Ich bin streetwise, wie man drüben im Big Apple sagt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Hinterlasse einen Kommentar