Abi 84 – und dann ganz nach oben

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Mariengymnasium Werl: Hier hat die „Abiturientia 84“ ihr Unwesen getrieben

„Hey, du hast ja 30 Jahre Abi dieses Jahr“, fiel kürzlich einer Bekannten siedend heiß ein. „Gratulation, das wird ja bestimmt fett gefeiert, oder?“ „Ach so, ja guck mal, ist das schon 30 Jahre her“, antwortete ich möglichst beiläufig. Man wird ja gar nicht mehr gern an sowas erinnert, wenn man auf die 50 („Hälfte des Lebens“) zugeht. Aber einige, speziell deutlich Jüngere, können so richtig dranbleiben mit der Nerverei. In aller Öffentlichkeit machen sie wiederholt auf nahende runde Geburtstage aufmerksam, zeigen mit dem Finger auf die verschämt den Blick senkenden End-30er-, -40er oder -50er und garnieren ihre schadenfreudige Bloßstellung mit dem zynischen Satz vom „Wein, der mit den Jahren immer besser“ werde. Selbst Jahrestage, die einem selbst gar nicht bewusst sind, finden sie und schlachten sie aus: „Hast du dieses Jahr nicht 35-jähriges Raucher-Jubiläum? DAFÜR siehst du wirklich noch gut aus. Nee, wirklich.“ Weiterlesen

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Hilfe, ich hab mich erkältet!

Volle Metro in irgendeinem Land: Hier fängt man sich ganz schnell was
Volle Metro in irgendeinem Land: Hier fängt man sich ganz schnell was

Ein neues Jahr. Ob ich denn „gut reingekommen sei“, fragen meine Peers. Klar, sage ich, alles bestens, läuft. Schön gefeiert, und jetzt schon wieder voll busy, viel zu tun, aber macht wahnsinnig Spaß. Doch leider ist das schönfärberische Gerede nichts als Fassade! Ich bin nämlich schon seit einigen Tagen ziemlich erkältet. Ja, ist wahr: „I’ve caught a cold“, wie der Brite sagt. Schon Mitte Dezember kam da was angeflogen, aber Weihnachten hatte ich es zunächst weg. DACHTE ICH! Aber am Silvesterabend ging es wieder los: Der Hals wurde rau, die Nase juckte, auch die Ohren waren ein bisschen zu. Erst fiel es mir nicht so auf, man trinkt und trinkt und hottet ab und merkt nix. Aber am anderen Morgen kam das böse Erwachen: Der Hals kratzte jetzt so richtig! Wie ein Häufchen Elend saß ich am Frühstückstisch, Schal um, kaum Appetit auf das knusprige Roggentoast und den leckeren Bresso-Streichkäse von Rewe. Weiterlesen

Gestützt gegen Neuro-Folter

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Ich strolche ja gern in der Mittagspause ein bisschen durchs Frankfurter Westend, um zu sehen, was in meinem Kiez so abgeht. Dann lasse ich mich treiben, scanne die Welt, lerne neue Dinge kennen. Als Flaneur, so wie der Schriftsteller Wilhelm Genazino, den ich schon mal im Rewe gesehen habe. In Wirklichkeit war nämlich gar nicht das „Gymmi“, wie wir damals das Gymnasium nannten, mein Lehrmeister. Auch nicht später der teure Elitestudiengang an der EBS in Oestrich-Winkel. Mein Lehrer, das war die Straße. Kein Scheiß. Ich bin streetwise, wie man drüben im Big Apple sagt. Weiterlesen