8 Tipps: Wie man richtig vom Urlaub erzählt

Nachdem alle da waren, war ich dann auch irgendwann in der Wüste
Ich in der Wüste (nachdem alle anderen auch schon da waren)

„Und? Schon Urlaubspläne?“, heißt es in diesen Wochen wieder oft, wenn einem die Gesprächsthemen ausgehen. Alle sind sie ja jetzt am planen, längst sind die Wochen mit den Brückentagen von den Kollegen geblockt, die mental ständig im nächsten Urlaub sind, Expedia gebookmarkt, logisch. Wenn man sie nach dem nächsten Reiseziel fragt, hofft man eigentlich auf eine knappe, stichwortartige Info, just the facts: Wohin, wie lange, wie viel? Aber nein, immer wieder texten sie einen dann doch zu. Ihr Gesichtsausdruck, ansonsten im langjährigen Arbeitsprozess stumpf und ausdruckslos geworden, hellt sich auf, wenn sie an die Wochen in den fernen Ländern denken, die sie natürlich „dringend brauchen“ bei all dem brutalen Stress auf der Arbeit. Weiterlesen

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Trouble im Skyline Plaza

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Inspiration fürs Skyline Plaza: ein Soukh in Marrakesch

Mittags gehe ich oft zum Essen ins neue Einkaufszentrum Skyline Plaza hier bei mir um die Ecke. Das ist immer so ein kleines Highlight des Arbeitstages, wenn es wieder heißt: M4 im Thai-Restaurant Bao Anh Deluxe für nur 5,50 Euro! Mit scharfer roter Soße natürlich, besser kriegst Du M4 auf der ganzen Welt nicht. Die kennen mich da schon, muss gar nicht mehr groß sagen, was ich will. Da sitze ich dann so in dem stylishen, hellen und sauberen Restaurant, genieße und überlege dabei, was ich denn nachher noch Schönes bei Rewe City gegenüber einkaufe. Weiterlesen

Contenance, meine Damen und Herren!

File London Underground Sign Night.jpg   Wikimedia Commons
U-Bahn-Haltestelle in England: Contenance ist auf der ganzen Welt gefragt

Manchmal sitze ich mit einem Freund stundenlang unten in einer U-Bahn-Station. Wir sehen die Züge ein- und weiterfahren. Dann träumen wir davon, wie es wäre, einfach einzusteigen und alles hinter uns zu lassen. U-Bahnen erzeugen immer so ein Fernweh: Seckbach, Enkheim, Nordweststadt – schon in einer Viertelstunde könnte man in einem ganz anderen Frankfurter Stadtteil sein und dort neu anfangen. Spinnereien, klar.

Neulich saßen wir da wieder so an der Haltestelle „Festhalle/Messe“, da kam wie von der Tarantel gestochen ein junger Mann die Rolltreppe heruntergelaufen. Er stieß Nebeneinander-Steher weg, um schneller voranzukommen. Unten spurtete er die letzten Meter, um noch eine U-Bahn zu erreichen, deren Türen sich aber jetzt schon geschlossen hatten. Verzweifelt presste er den Daumen auf den grünen „Öffnen“-Button, aber zu spät. Wie in Rage trommelte er jetzt gegen die Tür und schrie etwas Unverständliches. Jetzt fuhr die Bahn an. Der Mann lief noch einige Meter mit und hämmerte wütend gegen die Scheiben, innen zuckten die Köpfe der Fahrgäste erschrocken zurück. Nach vorn, wo er den rücksichtslosen, kleingeistig seinen Zeitplan verfolgenden U-Bahn-Fahrer vermutete, stieß er noch den Stinkefinger, dann war die Bahn weg. Der Mann sank auf die Knie und schlug mit beiden Handflächen immer wieder auf den Boden. Weiterlesen

Da ist sie wieder, die Fitness-Studio-Frage

Gehe ich heute Mittag ins Fitness-Studio oder nicht? Laut Trainingsplan bin ich schon einen Tag überfällig. Andererseits: Man soll den Muskeln auch zwischendurch ausreichend Zeit zum Aufbau geben. Relax, don’t do it! Und nicht mit Muskelkater hingehen! Habe ich aber auch nicht, leider. Also heute Mittag, oder spätestens morgen Mittag, je nachdem. Je nach was? Weiß nicht, die innere Uhr, man soll ja nicht gegen den inneren Rhythmus verstoßen. Vielleicht mache ich auch einfach zu Hause ein paar Übungen. Könnte man sowieso mehr oder weniger auch alles zu Hause machen, macht man dann aber nicht, ich weiß. Weiterlesen

No Future, nur mal ganz kurz

Das darf nicht wahr sein: Der Zusatz „3.0“ als Ausdruck für besonders zukunftsweisende Themen ist offenbar immer noch nicht unter Strafe gestellt oder zumindest ausreichend gedisst worden. Denn das eigentlich kluge F.A.Z.-Institut lädt demnächst zur Veranstaltung „Leben 3.0 – Treffpunkt Zukunft“ (Foto oben) ein. Da geht es darum, wie sich „unser Leben ins Zukunft gestalten“ wird. Und damit das so richtig futuristisch herüberkommt, holt man die Allzweckwaffe raus: „3.0“, das passt immer, warum nicht gleich zum ganzen Leben? Weiterlesen