Da ist sie wieder, die Fitness-Studio-Frage

Gehe ich heute Mittag ins Fitness-Studio oder nicht? Laut Trainingsplan bin ich schon einen Tag überfällig. Andererseits: Man soll den Muskeln auch zwischendurch ausreichend Zeit zum Aufbau geben. Relax, don’t do it! Und nicht mit Muskelkater hingehen! Habe ich aber auch nicht, leider. Also heute Mittag, oder spätestens morgen Mittag, je nachdem. Je nach was? Weiß nicht, die innere Uhr, man soll ja nicht gegen den inneren Rhythmus verstoßen. Vielleicht mache ich auch einfach zu Hause ein paar Übungen. Könnte man sowieso mehr oder weniger auch alles zu Hause machen, macht man dann aber nicht, ich weiß. Weiterlesen

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No Future, nur mal ganz kurz

Das darf nicht wahr sein: Der Zusatz „3.0“ als Ausdruck für besonders zukunftsweisende Themen ist offenbar immer noch nicht unter Strafe gestellt oder zumindest ausreichend gedisst worden. Denn das eigentlich kluge F.A.Z.-Institut lädt demnächst zur Veranstaltung „Leben 3.0 – Treffpunkt Zukunft“ (Foto oben) ein. Da geht es darum, wie sich „unser Leben ins Zukunft gestalten“ wird. Und damit das so richtig futuristisch herüberkommt, holt man die Allzweckwaffe raus: „3.0“, das passt immer, warum nicht gleich zum ganzen Leben? Weiterlesen

„Branchengerüchte kommentieren wir grundsätzlich“

… und zehn weitere Sätze, die uns in Manager-Interviews mal wirklich überraschen würden:

  • Sie haben Recht, meine neue Position kann man bestenfalls als „Seitwärtsbewegung“ betrachten.
  • Ich bin ein geduldiger Mensch, dem es oft viel zu schnell geht.
  • Wir werden künftig weniger vom Kunden, sondern stärker von unseren internen Prozessen her denken.
  • Unsere Investitionsstrategie ist auf den schnellen Erfolg ausgerichtet, wir orientieren uns recht kurzatmig an Quartalsergebnissen.
  • Nein, unsere Branche leidet nicht unter Preisdruck, es wird auch keine weitere Konsolidierung geben und eine klare Positionierung wird nicht wichtiger.
  • Nein, unser Markt befindet sich nicht im Umbruch und 2012 wird deshalb auch kein Jahr sein, in dem entscheidende Weichen gestellt werden.
  • Nein, wir sind zurzeit nicht dabei, unsere gesamten Prozesse zu optimieren und effizienter zu werden.
  • Im Internet werden wir uns etwas zurücknehmen – da ist die Party bald vorbei.
  • Krisen müssen nicht zwangsläufig Chancen sein.
  • Nein, ich jogge nicht, und der New York Marathon geht mir am Arsch vorbei.  

Bild fällt heute weg, keine Zeit zum Suchen.

Briefkastenwerbung: Nicht mit den Wölfen heulen!

In letzter Zeit liege ich nachts oft lange wach und mache mir Sorgen über die Zukunft der Briefkastenwerbung. Neulich hat ja ein vorwitziger Anwalt verlangt, „Einkauf aktuell“ nicht mehr zugestellt zu bekommen, und das, ohne einen „Keine Werbung“-Aufkleber anbringen zu müssen – ein Gericht gab ihm Recht! Wenn das Schule macht, Prost Mahlzeit. Die Unternehmen müssten dann aufwendige Listen über die einzelnen Werbeverweigerer führen, um die Sensibelchen nicht illegal zu behelligen. Dann lässt man’s doch lieber ganz sein. Weiterlesen

Alpecin: Die Provozierbarkeit wird knapp

Liebes Alpecin,

für Dich wirbt ja jetzt Jan Ulrich, der Radfahrer, den wir noch gut vom Doping-Skandal kennen. Im Internet hat das schon für viel Aufregung gesorgt, weil es Dich ja unter anderem als Anti-Haarausfall-Mittel gibt, das mit dem Slogan „Doping für die Haare“ angepriesen wird. Die Zusammenarbeit sei „prekär“ (Sueddeutsche.de), „pikant“ (Bild Online), „gewagt“ (HORIZONT.NET)  und haha, „äußerst haarig“ (DERWESTEN). Weiterlesen

„Tatort“ gucken – lässig oder peinlich?

Eigentlich will ich nicht so viel Fernsehen gucken, aber am Sonntagabend bleibe ich fast immer bis zum Ende von „Titel, Thesen, Temperamente“ hängen. „Tagesschau“ und „Tatort“ sind Pflicht, dann rutscht man bei Jauch rein, eigentlich nur schauen, wer da ist, aber schon ist man mittendrin. Geschickt baut Jauch die Brücke zu den „Tagesthemen“: „Susanne Holst, was gibt’s bei Euch heute?“ Ja, das will ich auch wissen. Im Anschluss muss man natürlich noch sehen, was Wetterfee Claudia Kleinert anhat. Tja, und danach gibt man sich noch Dieter Moors „ttt“ – auf eine weitere halbe Stunde kommt’s auch nicht mehr an. Weiterlesen

Sorry, aber hier rockt gar nichts

Gestern habe ich in einer Ausgabe von „Schrot & Korn“ herumgeblättert, die ich bei Alnatura mitgenommen habe – nicht, weil mich das interessiert, sondern weil ich gern jemand wäre, den das interessiert (wichtiger Unterschied). Und welche Überschrift springt mich da an? „Stricken? Rockt!“ Sie ist also immer noch nicht ausgestanden, diese „rockt“-Sprachseuche. Seit ein paar Jahren „rocken“ ja die langweiligsten Sachen, Spieleabende, Wanderwochenenden oder, kürzlich auf Facebook gesehen: Fasten. Und immer steckt dahinter dasselbe verzweifelte Bedürfnis, eigentlich sehr unglamouröse Freizeitaktivitäten oder Themen aufzupeppen, um sie kompatibel zu machen für den dauerjungen, trendorientierten „urban jungle“, zu dem wir ja alle gehören wollen – als ob Stricken oder Fasten, diese grundsoliden und total unpeinlichen Aktivitäten, dieses Facelift nötig hätten! Weiterlesen

Mobile: Schon wieder Durchbruch!

Morgen beginnen ja, der eine oder andere hat es vielleicht noch nicht mitbekommen, wieder die M-Days, der wirklich für die Mobile-Branche systemrelevante Kongress in Frankfurt. Unterstütze ich auch voll und ganz, ich habe nur eine Bitte an die Veranstalter: Verschont uns endlich mit Aussagen, die die Wortkombination „Mobile“ und „Durchbruch“ enthalten, wie oft soll man das denn noch sagen? Denn alles, was mit Mobile zu tun hat, ob das Handy-Werbung oder M-Commerce ist, steht schon seit zehn Jahren vor dem Durchbruch – allein, der letzte, winzige, eigentlich nur noch eine Formsache darstellende Schritt nach vorn, er will und will nicht gelingen. Jetzt schon wieder: „Mobile Payment: Der Durchbruch kommt 2012“. Liebe Leute, die Zeiten sind vorbei, in denen derlei Meldungen uns mit dieser kribbligen Spannung elektrisiert haben, mit dieser wohlig-bangen Erwartung, an etwas ganz Großem teilhaben zu dürfen. Wirklich irritierende, magisch in den Text hineinziehende Headlines gehen jetzt so:

„Mobile Payment – das dauert noch.“

„Mobile Payment – irgendwann fluppt’s bestimmt.“

Oder, ganz gegen den Strich gebürstet:

„Mobile Payment – die fetten Jahre sind vorbei.“

Aber davon abgesehen: Ich tippe auf 2013, da geht’s ab.